News

Zurück


30.09.2016

Ein beliebiger Donnerstag im September. In der Notaufnahme der Geomed-Kreisklinik geht es rund.

Die Krankenwagen des Roten Kreuzes bringen einen Patienten nach dem anderen. Alle Betten der Notaufnahme sind belegt. Schwestern wuseln durch den Raum. Draußen warten die ersten Angehörigen, um von den Ärzten schnelle Auskunft über den Gesundheitszustand ihrer Lieben zu erhalten.

Ein älterer Mann ist mit Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert worden. Die Rettungskette hat funktioniert. Zehn Minuten nach dem Anruf war die Hausärztin da, nicht einmal eine halbe Stunde später war der Patient im Geomed. Ein junger Arzt kann recht schnell Entwarnung geben. Es war wohl eher ein hitzebedingter Schwächeanfall, als ein Schlaganfall.

Wichtig und nah

Man sieht: Das Geomed ist nach wie vor ein wichtiges Glied in der Gesundheitsfürsorge der Region. Die nächsten Krankenhäuser liegen erst in Schweinfurt, Haßfurt und Kitzingen. Und doch ist immer wieder die Rede davon, dass dem flachen Land weitere Klinikschließungen bevorstehen und davon zuerst wohl die kleinen betroffen sind.

Für Landrat Florian Töpper ist es aber nach wie vor ein großes Ziel, in Gerolzhofen eine vernünftige stationäre Versorgung vorzuhalten. Die Kreisklinik mit ihren 95 Betten sei ein wesentlicher Faktor der medizinischen Grundversorgung im ländlichen Raum. Um dieses Ziel zu erreichen, zeichnet sich immer mehr nur ein Weg ab: eine noch intensivere Kooperation mit dem Leopoldina in Schweinfurt.

Gespräch in München

Der Landkreischef war abermals zu einem Gespräch in München im Gesundheitsministerium und hat dabei erfahren, dass kleinere Krankenhausstandorte nur durch Kooperation mit größeren erhalten bleiben können. „Bei der Partnersuche kommt für mich nur ein kommunales Krankenhaus in Frage und da liegt das Leo nahe“, sagt Töpper im Gespräch mit dieser Redaktion.

Erste Kooperationen gibt es bereits seit längerem, zum Beispiel beim Einkauf. Schon etwas weiter geht da der Wechsel von Dr. Alexander Kraus aus dem Leopoldina nach Gerolzhofen. Er ist neben Dr. Manfred Klein Chefarzt der Inneren Abteilung.

Anders gelagert ist die Kooperation bei Dr. Matthias Blanke. Dieser Mediziner arbeitet – anders als Kraus – gleichzeitig in der Chirurgie des Leopoldina und des Geomed.

Für Landrat Florian Töpper erscheint es wichtig, diesen Weg weiterzugehen. Ob die Kooperation einmal in die Fusion beider Häuser mündet, vermag der Landrat nicht eindeutig beantworten. Aufgabe ist für ihn, „das Haus wirtschaftlich zu konsolidieren mit einem Partner, auf den wir uns verlassen können.“

Internistische Praxis

Auch auf ambulanter Ebene soll die Kooperation verlaufen, wie sich jetzt am Beispiel des Einzugs der internistischen Praxis von Dr. Brigitte Götz ins Geomed zeige, die als Außenstelle des medizinischen Versorgungszentrum am Leopoldina geführt wird.

Grundsätzlich sei im Verbund mehr Leistung möglich. Geräte und medizinische Potenziale könnten gemeinsam genutzt werden, sagt der Landrat.

„Wenn wir an der wirtschaftlichen Situation der Geomed-Kreisklinik etwas verbessern wollen, wird das als Einzelkrankenhaus ganz schwer“, sagt Kreiskämmerer Wolfgang Schraut aus Sicht des Geldverwalters. Die Kooperation mit Schweinfurt solle also Zug um Zug weitergeführt werden und dürfe nicht nur kurzfristig laufen. Zu stärken gelte es die Unfallchirurgie als kleinste Abteilung. Die Kooperation sei ein offener Prozess ohne Zeitplan und ohne konkrete Zielführung.

Für 2015 vermelden der Landrat und der Kämmerer ein erfreuliches Ergebnis am Haus. „Das enthebt uns aber nicht der verpflichtung, weiter zu machen“, sagt Töpper. Die leichte Entspannung sei sicher kein Automatismus, sondern eine Herausforderung.

Letztlich geht es laut Töpper immer um die Frage staatlicher Förderung bei Investitionen. Die gibt es aber nur für Häuser, die erkennbar nachhaltig zukunftsfähig sind.

Quelle: Mainpost



Zurück






Quicklink kkCMS
  

Design und Realisierung: K&K Software AG