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14.10.2016

Wenn der Arm einschläft und die Zehen schmerzen

Sehr gut besucht war der Vortragsabend von Dr. med. Matthias Blanke, Chefarzt der Kreisklinik Geomed für Orthopädie, Unfallchirurgie und Endoprothetik. Im Schulungsraum der Rettungswache des Roten Kreuzes in Gerolzhofen referierte er über das mannigfaltige Gebiet der modernen Hand- und Fußchirurgie, wobei er auf die wichtigsten und häufigsten Krankheitsbilder im Einzelnen einging.

Wenn man plötzlich eine Kraftminderung in der Hand spürt, wenn einem Dinge einfach so aus der Hand fallen, dann, so der Chefarzt, könnte es sich um die Erkrankung des Karpaltunnels handeln. Diese Krankheit sei das häufigste periphere Nervenpasssyndrom.

Der Arm wird durch drei Nerven versorgt, wobei der mittlere durch den Karpaltunnel hindurch muss. Ist der Durchgang zu eng, entstehen die Schmerzen, das Einschlafen oder ein Pelzigkeitsgefühl. Ist die Krankheit fortgeschritten, kann es zum Einfallen des Daumenballens kommen. Hilft die Lagerungsschiene in der Nacht nicht mehr, dann sollte eine operative Spaltung des Karpaltunnels vorgenommen werden. Blanke rät, auf keinen Fall zu lange zu warten: „Eine kleine Operation mit großer Wirkung.“

Der „Morbus Dubuytren“ ist eine gutartige Krankheit des Bindegewebes der Handinnenfläche. Das Bindegewebe bildet Wucherungen, dadurch können die Finger nicht mehr bewegt werden. Die Ursache ist unbekannt, es betrifft Männer häufiger als Frauen und meistens den Ring- und den kleinen Finger.

Eine Operation kann helfen

Eine Operation, auch im frühen Stadium, bietet bessere Langzeitergebnisse. Übungstherapien gleich nach der Operation, aber auch Eigentraining, ist wichtig. Drei bis vier Mal täglich sollten die Übungen absolviert werden.

Häufiger bei Frauen als bei Männern tritt der „Schnellender Finger“ oder „Schnappfinger“ auf. Die Ringbänder, die die Sehnen halten, sind zu eng, die Sehnen zu dick und dadurch kommen sie nicht mehr durch die straffen Ringbänder hindurch. Durch eine operative Therapie, die auch ambulant durchgeführt werden kann, wird dem Patienten geholfen.

Bei der Daumensattelgelenksarthrose, die einen Verlust des Gelenkknorpels nach sich zieht, hat der Patient Schmerzen bei Bewegungen des Daumens, wie zum Beispiel beim Öffnen eines Schraubverschlusses.

Wenn konservative Behandlungen wie Salbenverbände nicht wirken, dann, so der Referent, müsse eine operative Möglichkeit in Betracht gezogen werden, wie die Resektionsplastik, die eher für ältere Menschen geeignet ist, oder die Versteifung, die man bei jüngeren Patienten anwendet. Einen großen Teil seines Vortrages widmete Matthias Blanke dem Gebiet der Fußchirurgie, und hier in erster Linie dem Hallux valgus. Dies ist eine schmerzhafte Zehenfehlstellung, deren Ursache falsches Schuhwerk, insbesondere bei Frauen, oder eine familiäre Veranlagung sein kann. Im frühen Stadium könne man noch mit Schuheinlagen Abhilfe schaffen, denn oft gehe hier ein Spreizfuß voraus. Auch Zehen-Gymnastik sei sehr hilfreich.

Vorher-Nachherbilder als Beispiel

Eine Operation bei einem Hallux valgus hängt davon ab, wie weit die Deformierung schon fortgeschritten ist. Anhand von Vorher-Nachherbildern erläuterte der Chefarzt anschaulich die Operation des Hallux valgus.

Er ging noch auf die sogenannte Hammer- und Krallenzehe ein – ebenfalls eine Fehlstellung der zweiten Zehe und ebenfalls durch zu enge Schuhe hervorgerufen. Hammer- und Krallenzehen treten häufig mit dem Hallux valgus zusammen auf. Irgendwann werde es in einem solchen Fall notwendig sein, die Zehen operativ zu korrigieren, um die Fehlstellungen dauerhaft zu beseitigen.

Als letztes erwähnte der Chefarzt noch die Großzehengrundgelenksarthrose, eine Erkrankung des Vorfußes. Hier liegt ein Gelenkverschleiß im Großzehengrundgelenk vor, was wiederum an falschen Schuhwerk liegt. Helfen konservative Behandlungsmethoden wie das Tragen von Einlagen nicht mehr, dann ist eine Operation oft der letzte Ausweg. Die häufigste Methode ist die Versteifung oder auch eine Prothese.

Abschließend stand Blanke den Anwesenden noch für Fragen und Antworten zur Verfügung.

Quelle: Mainpost
Foto: vm-photodesign



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